18.04.2011 endlich wieder geoffnet!

Unser Center in Henningsvaer ist ab sofort wieder geoeffnet, doch noch bis Juli ohne fixe Oeffnungszeiten, ruft also kurz an: +47-91842012 oder schreibt eine email: info@ocean-sounds.com, um eine Vereinbarung zu treffen.

Im Center koennt ihr unsere 30min Diashow anschauen oder einem Vortrag uber Wale lauschen.

Die Meeres-bootsexkursionen koennen wir im Moment noch nicht anbieten, wegen des wechselhaften Aprilwetters, aber auch weil wir uns erst kundig machen muessen, ob wir mit den strengen neuen Regeln ueberhaupt noch Passagiere mitnehmen duerfen. Aber dazu mehr demnaechst…

Ich hoffe, ihr kommt uns trotzdem besuchen und unterstuetzt unsere Arbeit!

Ocean Sounds ist geschlossen vom 07.03-18.4.2011

Da Gabi Reichtert & Familie wieder abgereist sind, ist nun das Center wieder geschlossen bis zum 18.4.2011. Danach ruft bitte an oder schreibt eine email, damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht: info@ocean-sounds.com / 0047-91842012, danke!

Wegen der Termine von Meeres-exkursionen, bitte hier die News verfolgen, im Moment ist noch nicht klar, wann genau wir wieder damit anfangen können. Vorraussichtlich aber im Mai.

25.01.2011 Ocean Sounds öffnet wieder!

Gabi Reichert und ihre Familie bleiben einen Monat (oder länger) in Henningsvaer und werden versuchen das Center aufzumachen, so oft jemand vorbeikommt. Wenn Ihr in der Gegend seid, ruft doch kurz an und fragt wann sie da ist und die Diashow, Information, Photos und vielleicht sogar einen Photokurs anbietet. Viel Spass!!

0047-95227866

27.01.2011 Vortrag: Walkommunikation bei Walen am Albert-Schweizer-Gymnasium in Kassel

Heike Vester wird am 27.1 um 19 Uhr einen Vortrag über die Kommunikation von Walen am Albert-Schweizer-Gymnasium in Kassel halten. Dies wurde organisiert in der Reihe Veranstaltungen am Donnerstag.

Titel: Whale talk – wie sprechen eigentlich Wale und Delfine?

In diesem Vortrag werde ich einige der über 80 Arten von Walen und Delfinen vorstellen, hauptsächlich die, die in Nordnorwegen und Chile zu finden sind. Dort finden wir sowohl die grössten, als auch die kleinsten Wale, die Wale die alleine leben oder in grossen Familienbänden. Wir wissen relativ viel über die Lebensweise der Wale, doch wie sie kommunizieren ist uns zum Grossteil noch fremd.

Grosse Wale wie etwa der Blauwal und Finwal kommunizieren mit niederfrequenten Tönen, die wir zT gar nicht hören können, Delfine dagegen können Ultraschall-Töne produzieren, die zu hoch für unser Hören ist. Soziale Wale, wie die Orcas und Grindwale benutzen eine Vielfalt von Lauten, welches auf eine höhere Form der Kommunkation schliessen lässt…doch was sagen sie denn nun wirklich? Mit Hilfe von neuer Technologie und mathematischer Analyse sind wir Ihnen auf der Spur, doch vorerst bleibt das noch ein Mysterium der dunklen Tiefen des Ozeans…

Biologin Heike Vester

Institut für kognitive Ethologie, Deutsches Primatenzentrum / Universität in Göttingen

MPI für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

16-23 Januar Besuch bei PakeaBizkaia in Bilbao

Nach einem Besuch von PakeaBizkaia im Sommer in Henningsvaer, war es nun an der Zeit, dass ich nach Bilbao in Spanien kam. Pakea Bizkaia orgnisiert eine Konferenz am Maritimen Museum am 20.01 und ich werde um 19 Uhr einen Vortrag über Meerestiere auf den Lofoten und Chile halten. Am Samstag segeln wir dann auf die Biskaia Bucht mit AMBAR, um Wale zu suchen. mehr dazu folgt später….
PakeaBikaia und OceanSounds verfolgen die gleichen Ziele zum Schutz des Lebens in unseren Ozeanen.

das Jahr 2010…

Jahresbericht 2010

Wie sich das Jahr dem Ende neigt, möchte ich etwas über das vergangene Jahr berichten. Es war ein kritisches Jahr für Ocean Sounds, und beinahe wäre es das letzte Jahr für uns gewesen. Kurz, alle möglichen Dinge gaben den Geist auf, gingen zu Ende oder gingen kaputt; erwartete Hilfe kam doch nicht; es gab eine reihe von Enttäuschungen, und das schlechte Wetter und die Wirtschaftskrise verschärften unsere ohnehin schon angespannte wirtschaftliche Lage und machten es schwierig zu überleben… aber es gab auch helfende Hände und Seelen, und wir werden 2011 weitermachen können!

Alles begann in Chile, während unserer Feldarbeit in Zusammenarbeit mit dem Scientific Tourist Project in Aysen (http://www.turismocientifico.cl/). Wir hatten vier Monate lang gute, produktive Arbeit mit vielen Walen und Delfinen, Seelöwen und Vögeln in einer atemberaubenden Natur, den Fjorden und Kanalen von Patagonien in Aysen. Einige Probleme aber gab es. Einmal hat ein Kapitän den Bootsmotor abgewürgt, sodass wir stundenlang führerlos und ohne Kontakt zur Außenwelt in entlegenen Kanälen trieben. Einmal hatten wir Feuer an Bord; wir kamen auch mit einem Segelboot in einen Sturm, und dann war da dieses furchtbare und verheerende Erdbeben in Chile. Mit einer guten Crew und Mitarbeitern und Helfern schaften wir es aber, alles gut zu überstehen. Etwas aber gab es, das konnte ich nicht ignorieren: die enorme Ausbreitung von Lachsfarmen mit ihren schlimmen Auswirkungen auf die empfindlichen Ökosysteme von Aysen. Die Zerstörung der Natur war überall sichtbar, in Form treibenden und gestrandeten Mülls, in Form des Bootsverkehrs, von verlassenen Lachsfarmen und infizierten Fischkadavern, arbeitslose Menschen mit Alkohol- und Gewaltproblemen, Lärm- und chemischer Belastung… Wir entschieden uns, darüber in einer Nature-Korrespondenz zu schreiben (nature465-17-june2010). Als Wissenschaftlerin war es meine Pflicht, anderen Wissenschaftlern und Politikern die Missstände mitzuteilen, sodass diese handeln können. Der Artikel schlug große Wellen; Medien weltweit veröffentlichten ihn, und ich wurde von chilenischen Wissenschaftlern und norwegischen Versicherungsgesellschaften kontaktiert. Ich hoffe, die Berichterstattung brachte Licht in ein noch sehr dunkles Kapitel der chilenischen Industrie und Politik. Durch unser Einführen von nachhaltigem Tourismus hoffen wir, die Art und Weise, in der Menschen in diesem schönen und entlegenen Teil der Welt mit der Natur zusammenleben, positiv zu beeinflussen. Wir haben erste Schritte unternommen, in Aysen nachhaltigen Meerestourismus aufzubauen; im kommenden Jahr werden wir uns den Touristen öffnen. Kommen Sie und unterstützen Sie das Projekt!

Als ich wieder in Norwegen angekommen war, musste unser Ocean Sounds Center umziehen; leider verloren wir die alten Räume und wir musste nocheinmal ganz von vorn anfangen. Ohne die helfenden Hände guter Freunde hätte ich weder  das Herz noch die Motivation gehabt, ein neues Center und ein neues Büro zu rennovieren.  Aber Leute kamen mir zu Hilfe; manche halfen beim Malern, andere installierten die elektrischen Leitungen, und im Juni konnten wir unsere Neueröffnung feiern. Der Umzug kostete zusätzliches Geld, das wir nicht hatten, und so hoffte ich auf eine gute Touristensaison. Die Touristen kamen, aber leider auch viel schlechtes Wetter. Die Touristen fuhren wieder (einige von ihnen enttäuscht), aber das schlechte Wetter blieb noch bis September. Wir mussten mehr als 60% unserer Touren absagen, denn wir brauchen eine ruhige See, um in unserem kleinen Boot Walen finden zu können. Die finanzielle Situation wurde von Tag zu Tag schlechter; als Krönung des ganzen bereitete auch noch der Motor Probleme, und das Hydrofon gab seinen Geist auf, und das Auto auch … es war definitiv eines dieser Jahre, die meinen Idealismus und meine Motivation herausforderten … aber als alles schwarz aussah und auch Leute absagten, die eigentlich schon ihre Unterstützung zugesagt hatten, öffneten sich zwei neue Türen: ein Mann gab uns eine sehr großzügige Spende, und ein Freund gab mir einen privaten Kredit, mit dem ich den Bankkredit tilgen konnte. Ocean Sounds wurde in letzter Minute gerettet!

Während der Sommermonate konnten wir Walen und Vögel finden, die wir noch nie zuvor gesehen hatten, und einige einige alte Freunde fanden wir auch wieder. Wir fanden wieder Grindwale im Vestfjord, was darauf hinweist, dass die selben Wale uns jedes Jahr besuchen kommen.

Es gab viele Medienberichte sowohl über das Lachsproblem in Chile, als auch über das Walfangproblem in Norwegen. Zusätzlich brachte das Lonely Planet Magazin einen Artikel in seiner Aprilausgabe, die ARD produzierte einen kurzen Dokumentarfilm, und das Outdoor Magazin wird in seiner kommenden Januarausgabe einen Artikel veröffentlichen. Ich nahm an einer Konferenz teil und diskutierte das Problem von Lärmbelästigung unter Wasser (TAS, www.aquadyne.no, Oslo) und nahm an der dreiwöchigen Kunstausstellung Gentle Actions in Oslo teil, um das Zusammenspiel von Walen und Menschen zu diskutieren. Eine Reihe von Walaktivisten – Filmemacher, Philosophen, Künstler, Wissenschaftler – war dort zusammengekommen, und das Event war ein großer Erfolg (http://gentleactions.wordpress.com). Als ein direktes Ergebnis wollen wir im kommenden Spätsommer ein kleines Festival in Henningsvær organisieren: vom 1. bis 7. August 2011 sind Sie alle herzlich eingeladen, mit uns zusammen das Leben der Natur – und besonders der Meere mit ihren großartigen Walen und Delfinen – zu feiern und zu unterstützen.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen 2010:

Wir veröffentlichten eine Korrespondenz in Nature (nature465-17-june2010), einen gemeinsamen Artikel zum Bestand von Großen Tümmlern im Südpazifik (Aqu.Mamm.2010, 36(3), 288-293, pdf-tursiops-2010), und einen gemeinsamen Artikel it Andy Foote über die genetische Vielfalt von Schwertwalen im Nordatlantik (Mol.Ecol.2010, pdf-foote-et-al-2010).
Finanzen

Das kleine Forschungsstipendium vom WWF gab uns eine Starthilfe. Eine Bewerbung um ein Forschungsstipendium von der nordnorwegischen Kommune wurde grundlos abgelehnt. Ausrüstung gab den Geist auf und das Wetter bereitete uns Schwierigkeiten … dies alles waren kritische Herausforderungen, aber mit der Hilfe von Freunden und guten Menschen schaffen wir es, auch im nächsten Jahr weiterzumachen. Aber wir brauchen für das kommende Jahr Ihre Unterstützung!

Für 2011 planen wir:

Am 18. April öffnen wir das Center. Wir beginnen unsere Vorlesungen und präsentieren unsere NEUE Diashow! Schreiben Sie uns oder rufen Sie an, wenn Sie vorbeikommen wollen, oder schauen Sie einfach direkt vorbei, wenn sie in Henningsvær sind.

Meerestierbeobachtungen bieten wir später an; wir werden Sie auf dem Laufenden halten. Wegen unserer Forschung müssen wir die Routinen für unsere Touren anpassen. Wir werden nicht mehr ganz so viele Menschen mit aufs Wasser nehmen können wie in früheren Jahren. Bitte schreiben Sie uns für Buchungen; leider werden wir nicht mehr in der Lage sein, Tagestouristen mitzunehmen.

Walfestival 1. – 7. August. Offenes Festival in Henningsvær mit verschiedenen Programmen für Künstler, Wissenschaftler und Touranbieter. Unser genaues Programm werden wir Ihnen hier in einiger Zeit mitteilen. Das Festival will das Bewusstsein schärfen für die Schönheit von Walen, besonders von Grindwalen, und für ihr Leben, besonders für unser Zusammenspiel mit ihnen.

Ich hoffe, Sie mögen unsere Arbeit und werden uns weiterhin unterstützen. Wir werden Sie im Norden immer willkommen heißen!

VIELEN DANK für all Ihre großartige Unterstützung und guten Wünsche…

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesundes Neues Jahr, mit vielen Träumen, die wahr werden.

Heike Vester,

Biologin und Gründerin von Ocean Sounds

Ocean Sounds schliesst bis zum 15.4.2011

Nun ist die Saison für dieses Jahr vorbei und wir schliessen das Center bis 15.4.2011. Verfolgt uns weiterhin hier bei den news oder schreibt eine email für Info und Buchungen (info@ocean-sounds.com). Das Telephon wird bis zum April nicht in Gebrauch sein.

Schöne Winterzeit und bis zum nächsten Jahr!!

neue Multimediashow

Zusammen haben wir, Heike Vester und Gabi Reichert, eine Multimediashow zusammengestellt. Zu sehen sind dort vor allem die Wale im Vestfjord, aber auch Vögel, die Unterwasserwelt, Meereslandschaften und das Nordlicht.

Hier gibt es auf You Tube einen Teaser.

11.09.2010 Lofotendoku im ARD mit Ocean Sounds

Gestern wurde in der ARD eine Dokumentation über die Lofoten gedreht, wo auch Ocean Sounds vorgestellt wurde.

Link zum Artikel

Juni 2010 Zusammengefasste Nachrichten


20. Juni

Zu viel ist in den letzten Tagen passiert, und wir hatten keine Zeit die web Seite zu aktualisieren, sorry dafür.

Wir haben viele Nachrichten über tote Wale vor den Lofoten erhalten, und heute sind wir rausgefahren, um die Situation anzuschauen. Wir fanden 2 tote Schwertwale und haben auch ein Foto eines toten Grindwales.

Ein Schwertwal war ein altes Weibchen mit vielen abgenutzten Zähnen. Sie lag in Sandøya auf Vestresand seit dem 8.April. Der anderen Schwertwal war ein junges Weibchen, das zum ersten Mal im Wasser vor Molldøra am 20.Mai gesehen wurde, dann Ende Mai in Valberget und seit dem 31.Mai liegt sie am Strand von Kangerunden. Sie hat eine tiefe Wunde an der linken Seite, welche vermutlich ein Zeichen für einen Zusammenstoß mit einem Propeller eines Bootes ist.

Der Grindwal wurde am Strand von Gimsøya am 10.April gefunden, der Bericht und die Fotos wurden von Eric Fokke geliefert.
Wir haben keinen weiteren Anhaltspunkt für das Sterben dieser Tiere, alles was wir tun können ist, Proben für die DNA Analysen in Kooperation mit Andy Foote zu nehmen.

24. Juni

Mittsommer ist vorbei und die Sonne nähert sich jetzt jeden Abend weiter und weiter dem Horizont. Heute hatten wir einen sehr schönen Trip und eine ruhige See. Draußen auf dem Fjord haben die Papageitaucher gejagt, aber wir konnten keine Wale sehen oder hören. Beim Vågakallen sahen wir einen Otter und über den Klippen einen Seeadler und Bussard. Die Kormoranjungen werden immer größer, aber ungewöhnlicherweise sind sie in vier Nestern noch nicht geschlüpft. Die Seeschwalbenkolonie in Moholmen ist aktiv und es gibt auch einige Trottellummen.

25. Juni

Heute Abend sind wir mit einem deutschen TV-Team der ARD rausgefahren, das einen Reisebericht über die Lofoten macht. Dieser wird am 18.9. um 16Uhr im deutschen Fernsehen zu sehen sein.

Die See war wieder komplett ruhig und immer noch voll mit schönen bunten Quallen. Wir hörten nach Walen, aber unter Wasser war es still, außer den Bootsgeräuschen. Wir blieben in der Mitte des Fjords, schauten die schöne Szenerie an, und plötzlich tauchte ein Zwergwal auf, atmetet ein paar Mal und verschwand wieder. Es ist beeindruckend wie die Tiere im Nichts verschwinden können, aber da auch immer noch ein paar Walfänger in der Gegend sind, sind wir glücklich, dass die Tiere scheu sind und die Boote meiden. Das gibt ihnen eine bessere Überlebenschance bis die diesjährige Fangsaison vorüber ist.

28. Juni

Manchmal zahlt es sich aus, einfach draußen zu sitzen und die Abendsonne zu genießen. Heute saß Fredrik draußen beim Leuchtturm auf Sauøya und aus dem Nichts tauchte ein Zwergwal auf, gerade einmal 20m von der Küste entfernt, ein unglaubliches Ereignis.

29. Juni

Der heutige Trip begann sehr gut bei der Kegelrobben-Kolonie. Dort waren mindestens drei Robben im Wasser (ein Männchen und zwei Weibchen). Sie waren alle sehr neugierig und kamen sehr nah an unser Boot heran, als wir den Motor ausgemacht hatten. Es war so ruhig, dass wir ihren Atem hören konnten. Auf dem Weg hinaus auf den Fjord sahen wir einen Zwergwal, der ein paar Mal auftauchte, um zu atmen. Draußen auf dem Fjord sahen wir noch zwei weitere Zwergwale und Papageitaucher, Tordalke, Trottellummen und Eissturmvögel. Auf dem Weg nach Hause sahen wir noch einen Schweinswal direkt vor Henningsvær.

Wir sahen auch eine Menge Fischschwärme direkt unter der Wasseroberfläche, könnte es sein, dass die Makrelen hier sind? Das wären gute Neuigkeiten, weil der Weißseiten-Delfin oft den Makrelen folgt.

30. Juni

Heute verbrachten wir den ganzen Tag auf einem spiegelglatten Fjord unter klarem, blauen Himmel. Wir haben nicht viele Tage wie diesen. Deshalb ist es fantastisch, ihn so genießen zu können. Es war großartig draußen, und wir hatten fünf Begegnungen mit Zwergwalen (zwei waren wahrscheinlich die selben) und außerdem sahen wir drei Schweinswale. Wie immer fischten die Papageitaucher im Fjord und wir sahen auch Tordalke, einen Basstölpel und eine Raubmöwe. Heute konnten wir auch feststellen, dass die Makrelen hier sind. Wir konnten sie direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen sehen und hörten sie über das Hydrofon, als sie metallische Klick-Laute von sich gaben. Hat irgend jemand jemals die Kommunikation von Makrelen studiert? Wir haben auch einige Berichte über Schwertwale vor den Lofoten und Vesterålen bekommen, deshalb sind wir jetzt sehr gespannt, ob sie uns besuchen kommen.

2. Juli

Der heutige Trip begann nicht perfekt, aber er wendete sich zu einem sehr speziellen. Wir fuhren hinaus beim höchsten Wasserstand, weshalb die Robbenkolonie leer war. Obwohl das Wasser den ganzen Tag ruhig war, begann der Wind zu blasen, sobald wir mit dem Boot hinausfuhren. Die Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen, war gleich null.

Weiter draußen war das Wasser jedoch ruhig und zuerst sahen wir einen scheuen Schweinswal, der sich nur einige Male zeigte und dann wieder verschwand. Nur ein bisschen später tauchte ein Zwergwal direkt neben dem Boot auf und als wir anhielten, um nach ihm zu schauen, kam er direkt hinter uns wieder hoch! Wir konnten ihn sogar atmen hören! Er kam noch einmal zum Atmen hoch und dann verschwand er im Meer.

Ein bisschen weiter trafen wir zwei Schweinswale, wahrscheinlich eine Mutter mit ihrem Kalb. Und als wir den Motor ausmachten, blieben sie für zwanzig Minuten in zehn Meter Entfernung! Mehrere Male ruhten sie an der Wasseroberfläche direkt neben unserem Boot. Dann tauchten sie kurz unter und kamen auf der anderen Seit vom Boot wieder hoch. Es ist so schön, diese Tiere so nah an uns heran kommen zu sehen, ihre kurzen Atemstöße zu hören und für eine kurze Zeit (bevor unsere Batterien den Geist aufgaben) ihre Laute durch das Hydrofon zu hören. Als wir langsam von ihnen wegtrifteten, konnten wir auch sehen, dass dort noch ein Paar Schweinswale weiter draußen war.

Heute war es wirklich schwer, das Hydrophone zu benutzen, um Wale zu hören, wegen der Bootsgeräusche. Und es gab auch einige starke Radarsignale – unternimmt etwa jemand seismische Untersuchungen in der Nähe der Lofoten, um wieder nach Öl du Gas zu suchen?

Auf dem Heimweg nahm der Wind zu und wir hatten ein ziemlich raue Fahrt nach Hause. Aber diese wunderschönen Begegnungen waren definitiv diese Anstrengungen wert. Wir werden lange Zeit an diese Erlebnisse zurückdenken.

Wir sahen auch einige schöne Papageitaucher und auch einige Eissturmvögel, die mit dem Wind segelten. Und kurz vor Henningsvær dachte Heike, dass sie einige Pfeiflaute gehört hatte. Das wird auf jeden Fall morgen erforscht, nach einer guten Nacht.

3. Juli

In den letzten Wochen haben wir einige Berichte über Schwertwal- und Grindwalsichtungen bekommen, aber wenn wir selbst draußen waren haben wir keine Laute gehört.

Heute sind wir um halb elf hinausgefahren und weil Heike gestern dieses Pfeifen gehört hatte waren wir voller Hoffnung und beim ersten Stop konnten wir alle Laute und Klicks durchs Hydrophon hören, aber wo sollten wir zuerst hinfahren? Wir wählten den Weg nach Skrova, und dass stellte sich als Glückstreffer heraus. Nach etwa 15min Fahrt trafen wir auf eine Gruppe von etwa 10-15 Grindwalen. Nun waren auch wir an der Reihe eine magische Begegnung zu erleben.

Die Gruppe schwamm langsam nach Westen und es machte ihnen nichts aus dass wir sie begleiteten. Am Anfang waren sie auch ein bisschen neugierig und kamen sehr nah ans Boot. Sie sind solch wunderbare Geschöpfe, die die ganze Zeit miteinander interaggieren und manchmal sogar aufeinander schwimmen, aus dem Wasser springen, auf dem Rücken schwimmen, ihre Finnen in die Luft strecken und mit dem Schwanz schlagen und sich ständig zurufen. Wir konnten der Gruppe mehrere Stunden folgen, ihnen immer die Möglichkeit gebend, nahe zu kommen, aber ohne sie zu jagen. Nach vier Stunden sahen wir eine andere Gruppe Grindwale weiter südlich im Fjord und deshalb verließen wir die erste Grupppe, um einige Fotos und Aufnahmen von den neuen Tieren zu machen. Es schien, als ob alle kleinen Gruppen aus dem Inneren des Fjordes zusammen kommen um gemeinsam in den Süden des Vestfjordes zu schwimmen. Es waren viele, mehr als dreißig und wir folgten ihnen für weitere zwei Stunden. Unter ihnen waren mehrere junge Kälber. Mindestens eines war gerade erst geboren, noch verschrumpelt von der Geburt. Gegen 18Uhr schwamm die ganze Gruppe immer noch gen Süden und wir ließen sie für dieses Mal ziehen in der Hoffnung, dass sie uns bald wieder besuchen.

Wir haben auch noch einen Schweinswal, viele Papageitaucher, zwei Basstölpel, eine Dreizehenmöwe, fünf Eissturmvögel, und fünf Raubmöwe gesehen.

Nach einem ganzen Tag zusammen mit den Walen haben wir nun mehrere Stunden Lautaufnahmen und etwa 5000 Bilder zu analysieren – genügend Arbeit für Regentage.