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neue Multimediashow

Zusammen haben wir, Heike Vester und Gabi Reichert, eine Multimediashow zusammengestellt. Zu sehen sind dort vor allem die Wale im Vestfjord, aber auch Vögel, die Unterwasserwelt, Meereslandschaften und das Nordlicht.

Hier gibt es auf You Tube einen Teaser.

11.09.2010 Lofotendoku im ARD mit Ocean Sounds

Gestern wurde in der ARD eine Dokumentation über die Lofoten gedreht, wo auch Ocean Sounds vorgestellt wurde.

Link zum Artikel

Juni 2010 Zusammengefasste Nachrichten


20. Juni

Zu viel ist in den letzten Tagen passiert, und wir hatten keine Zeit die web Seite zu aktualisieren, sorry dafür.

Wir haben viele Nachrichten über tote Wale vor den Lofoten erhalten, und heute sind wir rausgefahren, um die Situation anzuschauen. Wir fanden 2 tote Schwertwale und haben auch ein Foto eines toten Grindwales.

Ein Schwertwal war ein altes Weibchen mit vielen abgenutzten Zähnen. Sie lag in Sandøya auf Vestresand seit dem 8.April. Der anderen Schwertwal war ein junges Weibchen, das zum ersten Mal im Wasser vor Molldøra am 20.Mai gesehen wurde, dann Ende Mai in Valberget und seit dem 31.Mai liegt sie am Strand von Kangerunden. Sie hat eine tiefe Wunde an der linken Seite, welche vermutlich ein Zeichen für einen Zusammenstoß mit einem Propeller eines Bootes ist.

Der Grindwal wurde am Strand von Gimsøya am 10.April gefunden, der Bericht und die Fotos wurden von Eric Fokke geliefert.
Wir haben keinen weiteren Anhaltspunkt für das Sterben dieser Tiere, alles was wir tun können ist, Proben für die DNA Analysen in Kooperation mit Andy Foote zu nehmen.

24. Juni

Mittsommer ist vorbei und die Sonne nähert sich jetzt jeden Abend weiter und weiter dem Horizont. Heute hatten wir einen sehr schönen Trip und eine ruhige See. Draußen auf dem Fjord haben die Papageitaucher gejagt, aber wir konnten keine Wale sehen oder hören. Beim Vågakallen sahen wir einen Otter und über den Klippen einen Seeadler und Bussard. Die Kormoranjungen werden immer größer, aber ungewöhnlicherweise sind sie in vier Nestern noch nicht geschlüpft. Die Seeschwalbenkolonie in Moholmen ist aktiv und es gibt auch einige Trottellummen.

25. Juni

Heute Abend sind wir mit einem deutschen TV-Team der ARD rausgefahren, das einen Reisebericht über die Lofoten macht. Dieser wird am 18.9. um 16Uhr im deutschen Fernsehen zu sehen sein.

Die See war wieder komplett ruhig und immer noch voll mit schönen bunten Quallen. Wir hörten nach Walen, aber unter Wasser war es still, außer den Bootsgeräuschen. Wir blieben in der Mitte des Fjords, schauten die schöne Szenerie an, und plötzlich tauchte ein Zwergwal auf, atmetet ein paar Mal und verschwand wieder. Es ist beeindruckend wie die Tiere im Nichts verschwinden können, aber da auch immer noch ein paar Walfänger in der Gegend sind, sind wir glücklich, dass die Tiere scheu sind und die Boote meiden. Das gibt ihnen eine bessere Überlebenschance bis die diesjährige Fangsaison vorüber ist.

28. Juni

Manchmal zahlt es sich aus, einfach draußen zu sitzen und die Abendsonne zu genießen. Heute saß Fredrik draußen beim Leuchtturm auf Sauøya und aus dem Nichts tauchte ein Zwergwal auf, gerade einmal 20m von der Küste entfernt, ein unglaubliches Ereignis.

29. Juni

Der heutige Trip begann sehr gut bei der Kegelrobben-Kolonie. Dort waren mindestens drei Robben im Wasser (ein Männchen und zwei Weibchen). Sie waren alle sehr neugierig und kamen sehr nah an unser Boot heran, als wir den Motor ausgemacht hatten. Es war so ruhig, dass wir ihren Atem hören konnten. Auf dem Weg hinaus auf den Fjord sahen wir einen Zwergwal, der ein paar Mal auftauchte, um zu atmen. Draußen auf dem Fjord sahen wir noch zwei weitere Zwergwale und Papageitaucher, Tordalke, Trottellummen und Eissturmvögel. Auf dem Weg nach Hause sahen wir noch einen Schweinswal direkt vor Henningsvær.

Wir sahen auch eine Menge Fischschwärme direkt unter der Wasseroberfläche, könnte es sein, dass die Makrelen hier sind? Das wären gute Neuigkeiten, weil der Weißseiten-Delfin oft den Makrelen folgt.

30. Juni

Heute verbrachten wir den ganzen Tag auf einem spiegelglatten Fjord unter klarem, blauen Himmel. Wir haben nicht viele Tage wie diesen. Deshalb ist es fantastisch, ihn so genießen zu können. Es war großartig draußen, und wir hatten fünf Begegnungen mit Zwergwalen (zwei waren wahrscheinlich die selben) und außerdem sahen wir drei Schweinswale. Wie immer fischten die Papageitaucher im Fjord und wir sahen auch Tordalke, einen Basstölpel und eine Raubmöwe. Heute konnten wir auch feststellen, dass die Makrelen hier sind. Wir konnten sie direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen sehen und hörten sie über das Hydrofon, als sie metallische Klick-Laute von sich gaben. Hat irgend jemand jemals die Kommunikation von Makrelen studiert? Wir haben auch einige Berichte über Schwertwale vor den Lofoten und Vesterålen bekommen, deshalb sind wir jetzt sehr gespannt, ob sie uns besuchen kommen.

2. Juli

Der heutige Trip begann nicht perfekt, aber er wendete sich zu einem sehr speziellen. Wir fuhren hinaus beim höchsten Wasserstand, weshalb die Robbenkolonie leer war. Obwohl das Wasser den ganzen Tag ruhig war, begann der Wind zu blasen, sobald wir mit dem Boot hinausfuhren. Die Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen, war gleich null.

Weiter draußen war das Wasser jedoch ruhig und zuerst sahen wir einen scheuen Schweinswal, der sich nur einige Male zeigte und dann wieder verschwand. Nur ein bisschen später tauchte ein Zwergwal direkt neben dem Boot auf und als wir anhielten, um nach ihm zu schauen, kam er direkt hinter uns wieder hoch! Wir konnten ihn sogar atmen hören! Er kam noch einmal zum Atmen hoch und dann verschwand er im Meer.

Ein bisschen weiter trafen wir zwei Schweinswale, wahrscheinlich eine Mutter mit ihrem Kalb. Und als wir den Motor ausmachten, blieben sie für zwanzig Minuten in zehn Meter Entfernung! Mehrere Male ruhten sie an der Wasseroberfläche direkt neben unserem Boot. Dann tauchten sie kurz unter und kamen auf der anderen Seit vom Boot wieder hoch. Es ist so schön, diese Tiere so nah an uns heran kommen zu sehen, ihre kurzen Atemstöße zu hören und für eine kurze Zeit (bevor unsere Batterien den Geist aufgaben) ihre Laute durch das Hydrofon zu hören. Als wir langsam von ihnen wegtrifteten, konnten wir auch sehen, dass dort noch ein Paar Schweinswale weiter draußen war.

Heute war es wirklich schwer, das Hydrophone zu benutzen, um Wale zu hören, wegen der Bootsgeräusche. Und es gab auch einige starke Radarsignale – unternimmt etwa jemand seismische Untersuchungen in der Nähe der Lofoten, um wieder nach Öl du Gas zu suchen?

Auf dem Heimweg nahm der Wind zu und wir hatten ein ziemlich raue Fahrt nach Hause. Aber diese wunderschönen Begegnungen waren definitiv diese Anstrengungen wert. Wir werden lange Zeit an diese Erlebnisse zurückdenken.

Wir sahen auch einige schöne Papageitaucher und auch einige Eissturmvögel, die mit dem Wind segelten. Und kurz vor Henningsvær dachte Heike, dass sie einige Pfeiflaute gehört hatte. Das wird auf jeden Fall morgen erforscht, nach einer guten Nacht.

3. Juli

In den letzten Wochen haben wir einige Berichte über Schwertwal- und Grindwalsichtungen bekommen, aber wenn wir selbst draußen waren haben wir keine Laute gehört.

Heute sind wir um halb elf hinausgefahren und weil Heike gestern dieses Pfeifen gehört hatte waren wir voller Hoffnung und beim ersten Stop konnten wir alle Laute und Klicks durchs Hydrophon hören, aber wo sollten wir zuerst hinfahren? Wir wählten den Weg nach Skrova, und dass stellte sich als Glückstreffer heraus. Nach etwa 15min Fahrt trafen wir auf eine Gruppe von etwa 10-15 Grindwalen. Nun waren auch wir an der Reihe eine magische Begegnung zu erleben.

Die Gruppe schwamm langsam nach Westen und es machte ihnen nichts aus dass wir sie begleiteten. Am Anfang waren sie auch ein bisschen neugierig und kamen sehr nah ans Boot. Sie sind solch wunderbare Geschöpfe, die die ganze Zeit miteinander interaggieren und manchmal sogar aufeinander schwimmen, aus dem Wasser springen, auf dem Rücken schwimmen, ihre Finnen in die Luft strecken und mit dem Schwanz schlagen und sich ständig zurufen. Wir konnten der Gruppe mehrere Stunden folgen, ihnen immer die Möglichkeit gebend, nahe zu kommen, aber ohne sie zu jagen. Nach vier Stunden sahen wir eine andere Gruppe Grindwale weiter südlich im Fjord und deshalb verließen wir die erste Grupppe, um einige Fotos und Aufnahmen von den neuen Tieren zu machen. Es schien, als ob alle kleinen Gruppen aus dem Inneren des Fjordes zusammen kommen um gemeinsam in den Süden des Vestfjordes zu schwimmen. Es waren viele, mehr als dreißig und wir folgten ihnen für weitere zwei Stunden. Unter ihnen waren mehrere junge Kälber. Mindestens eines war gerade erst geboren, noch verschrumpelt von der Geburt. Gegen 18Uhr schwamm die ganze Gruppe immer noch gen Süden und wir ließen sie für dieses Mal ziehen in der Hoffnung, dass sie uns bald wieder besuchen.

Wir haben auch noch einen Schweinswal, viele Papageitaucher, zwei Basstölpel, eine Dreizehenmöwe, fünf Eissturmvögel, und fünf Raubmöwe gesehen.

Nach einem ganzen Tag zusammen mit den Walen haben wir nun mehrere Stunden Lautaufnahmen und etwa 5000 Bilder zu analysieren – genügend Arbeit für Regentage.