Am 21.05.2009 hatten wir Besuch von Umweltminister Dr. Söder aus Bayern. Mit ihm kam auch das Bayrische Fernsehen und hat die Ausfahrt als kurzen Bericht festgehalten: link
Wir können nur hoffen, dass Norwegen solche Oppositionen ernst nimmt und bald mit dem Walfang aufhört! Tradition sollte keinen Lizenz zum Töten sein.
Seit letzter Woche sind Grindwale im Vestfjord. Wir haben sie zum ersten Mal am 21.05 gehört. An diesem Tag war unser Boot voll mit 10 Gästen aus Deutschland und nachdem wir unsere Kegelrobben besucht hatten machten wir uns mit Hydrophone auf dem Vestfjord auf “Walfang”. Die Pfeifftöne und Laute waren eindeutig von Grindwalen doch konnten wir sie nicht sehen. Spätererfuhr ich, dass die Wale vor der Insel Skrova waren, und wir waren nicht weit weg. Am nächsten Tag haben wir sie dann gefunden, am Morgen erst 3, eine Mutter mit Neugeborenen und am Abend dann die ganze Gruppe, fast 60 Tiere! Sie schwammen ganz langsam, inspizierten unser Boot, kamen auch ab und an mit dem Kopf aus dem Wasser um zu sehen was hier an der Oberfläche los ist. Ich konnte gute Photos für die Identifizierung machen und lange Lautaufnahmen aufnehmen. Doch dann kam plötzlich ein kleines Touristenboot ganz nah mit Vollgas an die Wale gefahren und haben sie damit verjagd. Das haben dann wohl auch die Leute an Bord gemerkt und sind bald wieder abgefahren. Danach warne die Wale wieder ruhig und wir konnten unsere Forschung fortsetzen. Norwegen sollte dringendst Walsafaririchtlinien einführen!
Auch am 24.05 fanden wir die Gruppe wieder, dieses Mal auf der anderen Seite des Fjordes. Sie schwammen aufgeteilt in kleinere Gruppen in das Fjord hinein. Auch an diesem Tag waren sie sehr neugierig und kamen oft ganz nah an unser Boot heran, um vielleicht das Hydrophone oder auch uns merkwürdigen Zweibeiner zu beobachten. Von den Photos konnte ich erkennen, dass es die gleichen Tiere wie am Tage davor waren, auch dass eine Mutter und ihr Neugeborenes Kalb einen Buckel hatten, welches wahrscheinlich vererbt wurde.
Wir wissen noch so wenig über Grindwale hier im Norden. Welche Gruppen kommen in das Vestfjord, sind es immer die Gleichen, kommen sie nur zu bestimmten Zeiten, wie lange bleiben sie, und was für Laute produzieren sie, wie passen sie sich an den Bootslärm im Vestfjord an…??? Das sind nur einige unserer Fragen, die wir hoffentlich irgendwann beantworten können.
Wir sehen Grindwale sehr selten, das liegt aber meist daran, dass wir nicht genügend Forschungsgelder haben, um regelmässige Ausfahrten durchführen zu können. Auch dieses Jahr wurden unsere Anträge auf Gelder abgelehnt, mit unserem Projekt scheinen wie nirgendwo hineinzupassen….
Naja, hier sind ein paar Photos, viel Spass!
Das Wetter ist unglaublich! 25 grad plus, Sonnenschein und ein spiegelglattes Meer machen die Ausfahrten magisch…wir konnten auch gleich unsere wohlbekannte Schweinswalmutter Lisa mit ihrem Nachkommen Filip finden. Filip ist nun älter als 2 Jahre und um Henningsvaer herum gibt es ca 20 Schweinswale, die man aber nur bei glatter Meeresoberfläche finden kann. Auch haben wir 3 Kegelrobbenweibchen wiedergesehen, 2 davon kennen wir gut: Grete und Sasha, nur von den beiden Männchen Oscar und Nils war nichts zu sehen. Viele Wandervögel sind auf den Lofoten angekommen, wie zB Papageitaucher, und grosse Schwärme von Graugänsen. Auch die Grillteisten scheinen sich zu erholen, wir haben bei Moholmen mehr als 2o Tiere gesichtet. Doch auf die Seeschwalben müssen wir noch warten. Auch Wale haben wir noch keine gesehen, aber das kommt bestimmt bald!
Hier einige Photos:
Ab heute kann man unsere CD mit über 50 Minuten Wal und Delfinlauten bei Gruenrekorder erwerben. Die CD beinhaltet das Beste aus meiner 5jährigen Forschung und es sind Schwertwale, Grindwale, Weisseitendelfine, sowei Seehunde, Makrelen und Riesenhai zu hören.
Die CD kann direkt bei Gruenrekorder unter www.gruenrekorder.de bestellt werden. Damit unterstützen Sie unsere Forschung.
Viel Spass!
Am 1 Mai sind wir zum ersten Mal in diesem Jahr mit unserem Boot rausgefahren, um Meerestiere zu beobachten. Leider ist uns dabei aufgefallen, dass die Kormorane ihre Nistplätze verlassen haben und dieses Jahr anstelle von mehr als 150 Tieren nur noch ca 50 aufzufinden waren. Seit 2007 beobachten wir 2 Nistinseln von Kormoranen. Jedes Jahr bauten sie dort Nester aus Algen. Doch schon 2007 fiel uns auf, dass diese Tiere sehr scheu sind und sobald wir mit dem Boot auf 300m herankamen, verliessen sie ihre Nester. Dies hatte zur Folge, dass Möwen sofort in ihr Nest sind und die Eier gestohlen haben!
Wir haben uns sofort entfernt und kamen nach 1 Woche wieder, dann waren die Nester alle leer. Wir waren nicht die einzigen, die diese Inseln aufgesucht haben. Es gibt in der Gegend Safariboote, kleine Touristenboote und Einheimische, die dort gerne fischen oder Eier nehmen.
Wir haben die lokale Kommune informiert und die haben einen Rundbrief herausgelassen mit dem Vermerk dass das Annähern dieser Inseln während Brutzeit von April-Juni verboten ist. 2007 hatten die Kormorane keine Jungen.
2008 sind wir erst im Juni dorthingefahren, doch alle Nester waren wieder leer. 2008 hatten die Kormorane keine Jungen. Ich weiss nicht wieviele Jahre vorher die Kormorane erfolglos waren.
Und 2009 waren auf der ersten Insel gar keine Nester mehr da und auf der zweiten nur rund 30. Die Kormorane haben diese Brutplätze verlassen. Das ist ein trauriges Beispiel dafür, wie wir Menschen die wilde Natur negativ beeinflussen können. Tourismus brauch auch sein Regeln, ansonsten gibt es vielleicht eines Tages nur noch Berge und Meer zu sehen.
Hier sind ein paar Photos von den Jahren 2007-2009:
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